Frauenpolitik im Nationalsozialismus

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Frauen und nationalsozialistische Germanisierungspolitik
AutorIn: Elizabeth Harvey
Verlag: Hamburger Edition

Elizabeth Harvey rekonstruiert die Rolle von Frauen und Mädchen im Besatzungsalltag und in der deutschen Expansionspolitik und lotet deren Motive und Handlungsspielräume aus. Dazu wertet sie Arbeitsberichte und NS-Veröffentlichungen ebenso aus wie Briefe und Tagebücher und ihre eigenen Interviews mit Frauen, die im besetzten Polen tätig waren. Aus Überzeugung, Karrierebestrebungen, Geltungsbedürfnis, Abenteuerlust, Neugier oder einfach nur, weil sie der Enge der Familie entkommen wollten, beteiligten sich diese Frauen an einer Politik, die die Deutschen als »zukünftige Herren im Osten« sah. Zu ihren »weiblichen« und vermeintlich unpolitischen Tätigkeiten zählte auch die Herrichtung von Häusern für »Volksdeutsche« unmittelbar nach der Vertreibung der polnischen Bewohner durch die SS, die Disziplinierung von »Eingedeutschten«, die hartnäckig weiter mit den polnischen Nachbarn freundschaftliche Beziehungen pflegten, oder das Requirieren von Hausrat aus geraubten jüdischen Beständen für deutsche Umsiedler. Insbesondere die von Harvey geführten Interviews machen deutlich, wie unterschiedlich das Engagement von Frauen im Rahmen der mit Versklavung und Vernichtung einhergehenden Mission der rassenpolitischen »Neuordnung« Osteuropas sein konnte. Diese Gespräche geben auch Aufschluss darüber, wie die beteiligten Frauen sich heute an ihre damalige Tätigkeit, an ihre Beweggründe und Wahrnehmung, an Deutungsmuster erinnern, aber auch über die blinden Flecken in ihrer Erinnerung. Harveys Studie vermittelt auf intellektuell anregende Weise neue Erkenntnisse sowohl über die Strukturen und Mentalitäten der Besatzungsgesellschaft im Osten als auch über die häufig unterschätzte Bedeutung der Mitwirkung von deutschen Frauen am nationalsozialistischen Unrechtsstaat.

ISBN: 978-3-86854-218-9


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Mag. Ekkehard Hey-Ehrl
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